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Regionalgruppe Nordrhein-Westfalen

Nicole Gerbatsch
Praxis für integrative Lerntherapie
T 02232 - 156986 M fil-nrw(at)web.de

Nicole Ramacher-Faasen
Therapiezentrum Ramacher-Faasen GmbH
T 02845 - 31235 M fil-nrw@web.de

 

TERMINE:

 – A U S G E B U C H T –
Neues Angebot für Herbst 2021

Interaktive Onlineworkshops für die Regionalgruppe mit anschließendem Regionaltreffenaustausch

Thema: Mehrdimensionale Förderdiagnostik und -planung mit dem GRID-Modell

Referentin: Frau Dr. Edeltraud Hammes-Schmitz

Daten:
Mittwoch, 08. September 2021
Mittwoch, 27.Oktober 2021
Mittwoch, 01.Dezember 2021
jeweils von 18:00-20:00 Uhr

Anmeldung per Mail ab sofort über fil-nrw(at)web.de (begrenzte Teilnehmerzahl!)

Die Teilnahme ist für FIL-Mitglieder der Regionalgruppe NRW kostenfrei. Bitte beachtet, dass die Fortbildungsreihe nur gesamt gebucht werden kann.

Die Zugangsdaten werden euch zeitnah zum ersten Termin zugesendet!

Kurzbeschreibung:

Das GRID-Modell basiert auf einem heuristischen Modell, welches Lernstörungen durch fünf Komponenten erklärt (Klauer & Lauth, 1997). Demnach zeichnen sich Kinder und Jugendliche mit Lernstörungen durch (I) unzureichende Strategiebefolgung und Metakognition (z. B. Handlungsplanung, -organisation, exekutive Funktionen zur Handlungssteuerung), (II) mangelnde operationale Voraussetzungen (z.B. IQ, Arbeitsgedächtnis, Konzentration, basale Ausführungskompetenzen), (III) mangelndes bereichsspezifisches Wissen (Vorwissen, Vorkenntnisse), (IV) mangelnde Motivation (z. B. Selbstwirksamkeitserwartung, ungünstige Attribuierungen) sowie (V) ungünstige Rahmenbedingungen in Familie und/oder Schule (z. B. unangemessene Kommunikationsmuster, unzureichende Anregung, Unterrichtsmängel) aus. Diese Komponenten sind wechselseitig abhängig und stehen in einer charakteristischen Beziehung zueinander. Das Lernkomponentenmodell als Erklärungsmodell für Lernstörungen hilft, Lernschwierigkeiten zu verstehen, um handlungsfähig zu werden.

Das GRID-Modell ermöglicht es ursprünglich, die Lernausgangslage (von Schülern) zu erfassen, Fördermaßnahmen aus den Bewertungsbögen abzuleiten, vorzubereiten und umzusetzen, wobei diese Fördermaßnahmen in einem engen wechselseitigen Bedingungsgefüge stehen (Lebens et al., 2016). Die erreichten Lernziele und Ergebnisse der Lernentwicklung können reflektiert und dokumentiert werden; die Ergebnisse können ihrerseits in die weitere Förderplanung einfließen. Bislang wurde ein solcher mehrdimensionaler Diagnosezugang nur ansatzweise eingeschlagen, weshalb Lehrkräfte hier nur auf wenige und zumeist aufwändige Verfahren zurückgreifen können. Mit dem GRID-Modell wird ein zeitökonomisches, benutzerfreundliches und umfassendes Ordnungssystem bereitgestellt, das die auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen von Lernstörungen erfasst. Obwohl das Modell strukturanalytisch abgesichert ist, stehen empirische und praktische Effektivitätsnachweise noch aus.

Mittlerweile ist das Grid-Modell aber weiterentwickelt worden und lässt sich nun auch auf die Bedingungen im Vorschulalter und Erwachsenbereich anpassen. Hierbei wird ein besonderer Schwerpunkt auf den Beratungskontext sowie die Einleitung von Interventionen gelegt. Im Fokus dabei steht das Arbeiten in multiprofessionellen Teams mit besonderem, wobei die Transparenz in der Kommunikation im Mittelpunkt steht.

  • Hammes-Schmitz, E. (2012). Bedingungsanalyse von Lernstörungen. Lern- und aufmerksamkeitsgestörte Schüler.-Bedingungsanalyse und Perspektiven für Interventionen (Dissertation, Universität zu Köln).
  • Lauth, G. W., Hammes-Schmitz, E. & Lebens (2014), M. Eine empirische Bedingungsanalyse von Lernstörungen. Empirische Sonderpädagogik, 4, 350 – 364
  • Lebens, M., Hammes-Schmitz, E., Ramacher-Faasen, N. & Lauth, G. W. (2016). Mehrdimensionale Förderplanung mit dem GRID-Modell. Lernen und Lernstörungen, 5 (3), 165-171